Vom wilden Heer bei Kaltenlengsfeld

Wenn man von Wiesenthal nach Kaltenlengsfeld geht, so hat man rechts vom Wege mehrere zum Teil mit Wasser gefüllte Erdfälle. Der größte und höchstgelegene heißt die „Donnergrube“ und befindet sich am nordöstlichen Abhange des Hochrains. In diese zieht der wilde Jäger mit seinem Gefolge, dem „wütenden Heere“. Während des Zuges, der vom Loh aus durch die fuldaischen Berge über den hohen Rain hinbraust, ist in den Wäldern ein furchtbares Krachen und Geheul zu hören, als wollten Bäume, Blätter und Äste in den Boden sinken und als sollte unter der Erde alles mit fortgerissen werden.Oft tobt auch der Zug am Dorf vorbei nach der Donnergrube hinauf. Seine Spuren werden von den Kaltenlengsfeldern auf den Flachsfeld wahrgenommen und zeichnen sich durch besonders fette Streifen aus, die sich über das ganze Feld hin erstrecken und jedes Jahr selbst beim sorgfältigen Bearbeiten des Bodens sichtbar werden. Nähert sich das wütende Heer dem Roßhofe, so schweigen die Hunde, selbst wenn sie vorher noch so arg lärmten.